Hier ein sehr lesenswerter Kommentar von Wolfgang Münchau zum republikanischen US-Vizepräsidentschaftskandidaten Ryan und dem Zusammenhang zum europäischen Spardiktat:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/vizepraesidentschaftskandidat-paul-ryan-und-sein-sparplan-fuer-die-usa-a-850136.html

"Unsere europäischen Ryan-Imitatoren erscheinen an der Oberfläche weniger extrem, sind aber letztlich nicht weniger gefährlich. Unser Versuch, Schulden durch Sparen anstatt durch Wachstum zu begrenzen, ist genauso wie Ryans Angebotsökonomie durch wirtschaftshistorische Erfahrungen widerlegt. Sparen ohne Wachstum hat genau den gegenteiligen Effekt, wie wir jetzt überall in Südeuropa erleben: Die Defizitquoten steigen. Quoten sind nun mal - mathematisch ausgedrückt - Quotienten. Eine simple Erkenntnis, die vielen Haushaltsexperten entgangen ist. Wenn das Wachstum schneller schrumpft als die Ausgaben, dann steigen die Schulden. Man kann zukünftige Schuldenquoten auch nicht auf einem Computerprogramm für Buchhalter errechnen, weil sie oft einer turbulenten Dynamik unterliegen."

Den amerikanischen Sozialstaat noch weiter kaputtzusparen ist das Falscheste, was man machen kann. Lieber sollte man den Verteidigungshaushalt zusammenstreichen und die Steuern für Vermögende empfindlich erhöhen.